Heimat e Unità d’Italia

Pubblico qui il contributo letto da Klaus Vontavon (presidente dell’associazione Heimat Brixen-Bressanone-Persenon) all’incontro tenutosi a Bressanone in occasione delle celebrazioni del 1 e 2 giugno. È un discorso basato su presupposti cognitivi e affettivi che mi sento di condividere totalmente. Grazie Klaus.

Buona sera, buna sera, Guten Abend,

wir feiern Heute und Morgen mit vielen Vereinen die Einheit Italiens. Oder besser gesagt einen Prozess der vor 150 Jahren begonnen hat und wie es scheint noch immer nicht zu einem erfreulichen Ende geführt hat. Es gibt meines Erachtens Grund zum Feiern, ist doch die Einigung Italiens ein wesentlicher Schritt zu einem „Europa der Völker“ wie es Giuseppe Mazzini schon 1831 gefordert hatte.

Dieser Weg, begonnen mit der Französichen Revolution und der Formulierung der Menschenrechte 1789 ist von großen Rückschlägen gekennzeichnet, das Ziel noch weit entfernt. Die Überwindung des Absolutismus, die Bildung der Nationalstaaten, der Vaterländer hat zur Vernichtung, Vertreibung und zur Unterdrückung von Minderheiten und Außenseitern geführt. Zu einem Krieg der Europa fast zerstört hätte.

Faschismus und Nationalsozialismus haben gezeigt wie einfach es ist mit Hilfe von Symbolen, Schlagworten und Fahnen ganze Völker zu verblenden; Reinheit der Rasse der Freiheit gegenüber zu stellen. Unser aller Vorfahren waren Opfer und Täter zugleich. Einige wenige Menschen haben sich diesem nationalistischen Irrsinn entgegengestellt.

Hier eine persönliche Geschichte:

Sono nato nel’51. Ma ho avuto sempre l’impressione che la mia vita sia incominciata nel giovedì santo del’45; quando il fratello maggiore di un partigiano di Muggia, Trieste, dopo la messa mattutina aveva rivolto la parola ad uno sconosciuto, ad un soldato dell’esercito nemico e lo aveva incoraggiato a disertare. La sua famiglia poi ha nascosto quell’uomo, mio padre, ed il suo salvatore, finita la guerra, lo ha accompagnato a casa clandestinamente.

Quell’uomo sotto la divisa di mio padre aveva visto un altro uomo come lui, un uomo che aveva lasciato a casa la fidanzata, un uomo che aveva voglia di vivere. Non aveva visto l’uniforme né la bandiera, solo l’uomo.

L’esperienza delle due guerre, l’esperienza delle cause anche economiche del fascismo hanno indotto delle persone coscienti a formulare la Costituzione della Repubblica Italiana (entrata in vigore il primo gennaio 1948), la „Dichiarazione Universale dei Diritti dell’Uomo“, convenzione adottata dall’Assemblea Generale delle Nazioni Unite il 10 dicembre 1948 ed il „Grundgesetz“ della Germania federale del 23 maggio 1949.

Le nuove repubbliche si sono sviluppate con la collaborazione di tutti i cittadini, ma da qualche decennio il divario tra ricchi e poveri si sta approfondendo, la politica non tiene più conto degli interessi della gente comune ma serve la causa dei possedenti.

Gli spostamenti attuali di uomini, causati dal nostro modo di vivere, fanno paura, paura che i politici usano per compromettere i principi sanciti dalla Costituzione.Servono di nuovo simboli, s’inneggia alla nostra cultura occidentale per escludere uomini di altro colore, di altra religione. Si alzano di nuovo frontiere, si sventolano di nuovo bandiere.

Zurück zur persönlichen Geschichte:

Vielleicht aufgrund der Erfahrungen im Faschismus und Nationalsozialismus, und nicht zuletzt wegen der Erfahrung in Muggia, wurden in unserem Elternhaus so hehre Begriffe wie Volk und Vaterland nie gebraucht.

Ich bin ohne Vaterland aufgewachsen – und habe es nie vermisst. Fahnen und Uniformen sind mir fremd.

In Abwandlung eines Ausspruches von Gustav Heinemann, dem dritten deutschen Bundespräsidenten, kann ich sagen: Ich liebe nicht den Staat, nicht ein Vaterland; sondern die Menschen, egal welcher Hautfarbe sie sind, egal welche politischen Ansichten sie haben: Ich schaue Ihnen in die Augen – und sehe mich selbst.

Heimat ist etwas anderes als Vaterland. Für uns ist Heimat der Ort, an dem wir uns einbringen können, wo wir teilhaben am sozialen und politischen Leben, so hat es Susanne Elsen beim Vortrag zu unserer Mitgliederversammlung erläutert und hat uns damit aus dem Herzen gesprochen.

Heimat in unserem Sinne ist offen für Alle, die diese mit gestalten wollen. Heimat kann man vermitteln, man muss aber auch dafür kämpfen und arbeiten. Heimat als Utopie bezieht sich auf alle Menschen und die ganze Welt. Fukushima und Hungerkatastrophen betreffen auch uns.

 “Heimat” può essere anche la Costituzione o la „Dichiarazione Universale dei Diritti dell’Uomo“. “Heimat” ideale; che bisogna difendere da quei politici che la vogliono modificare per i loro interessi personali.

In tutto il mondo insorgono le masse, vorrebbero partecipare alla gestione del proprio territorio. Anche da noi piccole iniziative popolari non concedono più il potere unico della gestione agli imprenditori ed ai politici. L’Heimat non si può delegare, L’Heimat deve essere vissuta.

Vorrei chiudere con una poesia di Erich Fried:

 Realitätsprinzip

 Die Menschen lieben

das heißt die Wirklichkeit hassen.

Wer lieben kann

der kann alles lieben

nur sie nicht

 Die Wahrheit lieben?

Vielleicht.

Erkennen kann Lieben sein.

Aber nicht die Wirklichkeit:

Die Wirklichkeit ist nicht die Wahrheit

 Was wäre das

für eine Welt

wenn die Wirklichkeit,

diese Wirklichkeit rund um uns

auch die Wahrheit wäre?

 Die Welt vor dieser

Wirklichkeit retten wollen.

Die Welt wie sie sein könnte lieben:

Die Wirklichkeit

aberkennen

 

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6 thoughts on “Heimat e Unità d’Italia

  1. “Folter und andere Misshandlungen

    Im März und im Mai 2010 verkündete das Berufungsgericht Genua in zweiter Instanz seine Urteile in den Verfahren wegen Misshandlung und Folterung von Demonstrierenden durch Polizeibeamte während des G8-Gipfels im Juli 2001. Ende 2010 bestand weiterhin die Möglichkeit, beim Berufungsgericht Rechtsmittel einzulegen.
    Im März 2010 stellte das Gericht fest, dass die meisten Straftaten, die sich während des Gewahrsams in der Polizeikaserne Bolzaneto ereignet hatten, darunter schwere Körperverletzung sowie willkürliche Durchsuchungen und Leibesvisitationen, in der Zwischenzeit verjährt seien. Es verurteilte aber dennoch alle 42 Angeklagten dazu, Schadenersatz an die Opfer zu leisten. Gegen acht Angeklagte verhängte es zudem Haftstrafen von bis zu drei Jahren und zwei Monaten.
    Im Mai befand dasselbe Gericht auch 25 der 28 Polizisten für schuldig, die in der Armando-Diaz-Schule Demonstrierende in ähnlicher Weise misshandelt hatten, und verhängte Haftstrafen von bis zu fünf Jahren. Unter den Verurteilten waren auch einige hochrangige Polizeibeamte, die bei den Vorfällen zugegen waren. Viele Anklagepunkte wurden wegen Verjährung fallengelassen.
    Hätte Italien einen spezifischen Straftatbestand Folter ins Strafgesetz aufgenommen, wäre keine Verjährung eingetreten.”

    Bericht Amnesty International 2011

    Mein Fazit: Lieber Herr Vontavon, man kann auch mit Scheuklappen in seiner jewiligen Heimat leben! In diesem Sinne, einen angenehmen Aufenthalt!

    Ich weiss jetzt nicht, ob obiger Herr auch mit Herrn Willy Vontavon, dem Brixner SVP-Gemeinderat zu tun hat, ist auch Nebensache, dieser meinte auf jeden Fall, man sollte heute endlich in Italien angekommen sein. Für mich persönlich wünsche ich mir, dass dieser “sentiero” für immer “interrotto” sein wird 😉

  2. Gü, non esistono sulla faccia della terra sentieri che non siano interrotti. E non esiste un cammino che, una volta spezzato, non possa essere ripreso.

  3. vielen, vielen dank, lieber klaus.
    du hast uns mit einfachen worten eine lehrreiche geschichte erzählt. es war wichtig, dass das publikum am abend des 1. juni sie zu hören bekommen hat.ich hoffe, noch öfters mit dir u mit “heimat” zusammenarbeiten zu können.

  4. le vie del mare sono ininterrotte. Per questo teorici dell’autoritarismo proto-nazista come Kjellén, Haushofer e Schmitt odiavano gli oceani ed amavano la terraFERMA.
    Bello leggere cose come quelle scritte da Klaus Vontavon.
    Grazie Gabriele

    “Ich schaue Ihnen in die Augen – und sehe mich selbst”: per molti è letteralmente impossibile, purtroppo.

  5. und sprach Vontavon auch über Folter? Wohl nicht oder? Wäre ja ein totaler Boomerang in seinem Konstrukt 😉

  6. @ Aglio

    Nel tuo programma culturale è previsto l’approfondimento del tema “riscoperta delle tradizioni e nazionalsocialismo”?

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